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Vorwort

Die Modellierung von Geschäftsdomänen ist keine brandneue Disziplin und es existieren vermutlich viele Modelle, die eine Geschäftsdomäne mehr oder weniger vollständig aus der Sicht des Geschäftsbereiches beschreiben. Es gibt auch eine ganze Reihe von Werkzeugen, die die IS Anwendungsmodellierung, die Informationsmodellierung und die Architekturierung von IS Anwendungen unterstützen. Warum also erneut der Versuch, IS Anwendungsarchitekten davon zu überzeugen, dass das Modell die bevorzugte Form der Anwendungsspezifikation sein sollte.

Der Grund für diesen Überzeugungsversuch ist die Tatsache, dass die meisten Modellierungsprojekte, die in der Vergangenheit unternommen wurden, mehr oder weniger gescheitert sind und dass die aus ihnen hervorgegangenen Modelle nicht die ursprünglich in sie gesetzten Erwartungen erfüllt haben. Obwohl die Modellierung ein wirklich guter und vielversprechender Ansatz ist, wurde diese Methode nach einem euphorischen Start durch die häufigen Misserfolge unverdienterweise stark discreditiert.

Lassen Sie mich kurz die Modellierungsszene beschreiben, wie sie sich mir momentan darstellt!

Alle Modelle, die ich bis jetzt gesehen habe (und das sind einige, erstellt von zum Teil sehr großen Organisationen), erfüllen nicht die Anforderungen an Einfachheit der Struktur und nahtlose Verflechtung der Komponenten, die für ein gutes Modell wünschenswert erscheinen. Die meisten mir bekannten Informationsmodelle (Datenmodelle) sehen eher wie ein Schnittmusterbogen eines Modemagazines aus und die meisten Arbeitsablaufmodelle (Workflow-Modelle) haben so gut wie keinen Bezug zu einem Informationsmodell ihrer Geschäftsdomäne.

Und wie unterstützen die auf dem Markt befindlichen Werkzeuge die Erstellung von Modellen? Viele haben eine Unzahl von mehr oder weniger brauchbaren Funktionen, aber wenn man sie benutzt, dann verbringt der Modellierer besonders bei der Erzeugung von Entity/Relationship Diagrammen oder Objekt Diagrammen mehr Zeit bei Versuchen, das Diagramm übersichtlich zu arrangieren als mit der stimmigen Analyse und Abstraktion der Problemdomäne.

Durch den Mangel an wirklich guter und dauerhafter Strukturierung enthalten die meisten Modelle vom Modellierer unentdeckte Konflikte. Weiter sind die Modelle, ebenfalls durch den Mangel an guter Strukturierung, schwer zu verstehen und noch schwerer zu pflegen. Das Ziel der Modellierung der allermeisten in der Vergangenheit durchgeführten Projekte wurde nicht erreicht. Darum wurden wohl auch die meisten dieser Modelle niemals für den Zweck eingesetzt, für den sie erstellt worden sind.

Das Gesamtbild der Modellierung von Geschäftsdomänen sieht also momentan ziemlich trübe aus, aber ich denke das kann geändert werden - und zwar mit relativ geringem Aufwand.

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